licht.staub

Rauminstallation mit 400 beschrifteten Pappmaschee-Körpern, 2010

 

staub ist etwas boden-selbst-und-unbe-ständiges, mit dem wir immer zu tun haben, der uns umgibt. und durch die modernisierung und elektrifizierung der welt wird es sichtbarer, es gibt eine magnetische anziehungskraft zwischen staub und licht, ein sichtbares liebesverhältnis/spiel. so bedingt eines das andere.

staub ist kein einfaches partikel, er sammelt sich selbst, befühlt und beflügelt sich, er ist ein -reisendes und hinreißendes. staub an sich kann ohne licht nicht leben, die symbiose – die eins-sicht – des sichtbaren. auch im brechtschen sinne: «die im dunklen sieht man nicht…»

im licht tanzt staub, bewegt und verführt. es ist ein leichtes, sich im strahl von licht tanzen zu -lassen, denn das licht ist die bühne von und für den staub.

staub ist lebendig, selbständig, eigenständig; -etwas das sprache hat und sich niederläßt – also ist staub auch etwas kommunikatives und -geselliges. meist ist staub nicht alleine, staub liebt gesellschaft – sogar im staubsaugersack.

staub ist lebendig, selbständig, eigenständig; -etwas das sprache hat und sich niederläßt – also ist staub auch etwas kommunikatives und -geselliges. meist ist staub nicht alleine, staub liebt gesellschaft – sogar im staubsaugersack.

staub ist barrierefrei und anarchisch. staub ist ein partisan und hält sich gut im widerstand. staub ist real und humorvoll, er kitzelt uns in der nase und lässt uns lachen.

und zu staub werden auch wir, kitzeln einander in der nase, führen uns herum und bleiben doch durchreisende.

Staub flüstert, rieselt und krieselt, er schleift und manchmal quietscht er. staub ist nicht stumm, nur leise. staub knackt in leitungen und schwirrt. staub verursacht und erwirkt.

staub ist der beginn der endlichkeit und das ende der unendlichkeit. wir werden sind und wollen stauben – staub aufwirbeln und staub sein.

staub ist schön.

© Birgit Bachmann, 2010