In der Galerie Nothburga geht rot die Sonne auf. Im Rahmen der offiziellen Veranstaltungen zu „150 Jahre japanisch-österreichische Beziehungen“ zeigt das international bekannte Künstlerpaar Kayoko und Satoru Hoshino seine Werke. Der Titel der Ausstellung „Nahe der Natur“ ist Programm: So unterschiedlich die Keramikpraktiken der Hoshinos auch sind, beide lassen sich von der Natur  inspirieren. Kayokos Formenwelt wird geprägt von ihren Wanderungen durch die Wälder der zerklüfteten Berglandschaft, die ihr Studio auf der Insel Honshu umgibt.

Bei ihrem Ehemann Satoru entstand nach einer Bergtour, bei der ihn der schmelzende Schnee unter gleisender Sonne an die Glasur im Feuerofen erinnerte, die aktuelle „Spring-Snow“-Serie. Ihre avantgardistischen, nichtfunktionalen Arbeiten knüpfen an uralte japanische Keramiktraditionen an. Kuratorin und Bildhauerin Gabriela Nepo-Stieldorf verbindet eine lange Freundschaft mit den Ausnahmekünstlern: „Ich hatte das Glück, mehrmals mit ihnen arbeiten zu dürfen, und konnte ihr wunderschönes Zen-Haus in der Nähe Kyotos mit Blick auf den Biwa-See genießen.“

Birgit Bachmanns Arbeiten ergänzen die Keramik-Ausstellung. Die Osttiroler Künstlerin lebt und arbeitet in Gmünd in Kärnten. Hinter ihren ornamentalen Arbeiten voller poesievoller Schönheit verbirgt sich immer eine zweite, oft auch eine dritte Ebene, die verunsichert und beunruhigt. So umkreisen im Bild „Waterboarding“ giftige Rotfeuerfische menschliche Beine. Und natürlich verweist der Titel an die grausame Foltermethode. Die Motive ihrer detailgenauen Arbeiten entnimmt sie passend zum Ausstellungstitel meist der Natur.

Künstler: Kayoko und Satoru Hoshino, Birgit Bachmann
Ausstellungsort: Galerie Nothburga, Innrain 41, Innsbruck
Ausstellungsdauer: 15. Oktober bis 9. November
Eröffnung: 15. Oktober 2019, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 16 bis 19 Uhr, Samstag, 11 bis 13 Uhr
Premierentag: Konzert mit Miwa Takagi-Burger: Samstag, 9. November, 12 Uhr

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