kaaba

Rauminstallation aus 160 Bleistiftzeichnungen im Format A1, 2013

 

Kaaba ist ein Ausdruck aus dem Arabischen (‏الكعبة) und heißt wörtlich «der Würfel», im religiösen Sinn aber auch «das Haus Gottes». Die Kaaba in Mekka ist das zentrale Heiligtum des Islam und wurde nach islamischer Vorstellung erstmals von Adam erbaut, von Abraham wiedererbaut und unter Mithilfe des jungen Propheten Mohammed in seiner heutigen Form wiedererrichtet.

Begehbare Zeichnung

Birgit Bachmann hat sich einen Wunsch erfüllt, sie hat ihre Werke losgelöst von der Zweidimensionalität der Grafik und eine Art «begehbare Zeichnung» geschaffen: die Kaaba. Ihre Kaaba ist ein begehbarer Raum, dessen Wände und Decke mit 160 Bögen Bleistift-Zeichnungen bedeckt sind, deren Motive ineinander übergehen und ein gemeinsames Ganzes bilden. Der Boden ist mit Spiegelfolie bedeckt, vergrößert dadurch den Raum nach unten, lässt den Besucher wie auf einer Zwischenebene schweben.

Abstrakte Formen voller fremdartiger Schönheit

Bei den Zeichnungen handelt es sich um reine Bleistiftzeichnungen in Schwarz, Weiß und unzähligen Grautönen mit abstrakten Formen voller fremdartiger Schönheit. Es sind visualisierte Gedanken, die sich in einem organischen Netz entfalten mit Wucherungen, Schleifen und Verbindungen entwickeln aber stets dem Anderen, dem Gegenüber Respekt erweisen und genug Raum lassen, sich ebenfalls zu entfalten. Die einzige Lichtquelle im Raum ist eine Liege aus Lichtschlangen, die den meditativen Charakter des Raumes zum einen unterstützt, aber ihm zum anderen auch etwas von der Strenge nimmt und zum Verweilen und Erleben mit allen Sinnen einlädt.

Birgit Bachmanns Intention ist es, Menschen verschiedener Kulturen zu verbinden und das Gemeinsame, das ihnen innewohnt, zu finden, anstatt beständig die Unterschiede zu betonen, die  Grenzen abzustecken, um das eigene zu sichern und das Fremde auszuschließen und zu verdammen. Sei es nun im Außenpolitischen an den geografisch gesetzten «Kultur-Grenzen» der Europäischen Union, oder im Innergesellschaftlichen an der Grenzen der Sprachen, des sozialen Status und des Bildungszugangs.